HSG Strohgäu | Männer 2

Männer 2 – TSF Ditzingen 33:33 (19:18)

Warum deutlich, wenn es auch spannend geht?

Nach der Niederlage in letzter Sekunde gegen Affalterbach vor gerade einmal vier Tagen steht den Männer 2 ein Brocken im Weg.

Der Brocken nennt sich TSF Ditzingen und ist in der Liga Tabellenzweiter, nur hinter dem ungeschlagenen Primus aus Bietigheim. Trainer Dirk Tränkle machte im Vorfeld immer wieder klar: Hier sind Punkte ein Bonus. Und genauso wie ein geldgeiler Fußballspieler mit neuem Vertrag, sind auch die Männer 2 heiß auf den Bonus!

Die Partie am Dienstagabend, die zur Abwechslung auch mal mit Schiedsrichter pünktlich anfängt, startet ähnlich wie das Match in der Vorwoche. Die Abwehr bekommt, im Gegensatz zum Hinspiel, den gegnerischen Kreis unter Kontrolle. Der Angriff macht was er will, jeder Schuss ist ein Treffer. Wie gegen Affalterbach erarbeitet sich das Team einen 8:4 Vorsprung bereits nach zehn Minuten. Aber dann wachen die Gäste auf. Wobei nein, wir schlafen nach einer Auszeit von Ditzingen eher ein. Die Absprache rund um den Kreisläufer stimmt nicht mehr, der Rückraum darf fackeln und so kämpfen sich die in grün gekleideten Gäste ran. Das Spiel geht von da an wie eine Militärtruppe im Gleichschritt. Das 14:15 nach 23 Minuten ist der erste Rückstand für die Hausherren, davon lässt man sich aber nicht beeindrucken. Nico Kasparovsky, der mit neun Buden einen so sahnigen Tag erwischt, dass Udo Jürgens Jubelsprunge machen würde, trifft kurz vor der Halbzeit zum 19:18 Pausenstand. So geht man mit gutem Gefühl und dem Momentum auf der eigenen Seite in die Kabine.

Dort ist die Ansage von Trainer Dirk deutlich: Abwehr hat Verbesserungspotential, aber der Angriff ist Bombe! Also rein in Durchgang zwei. Dort sieht es lange gut aus für die Männer in schwarz. Vorne bleibt man bestechend Effektiv, das Tempospiel klappt nach Belieben, und die Abwehr bekommt den Kreisläufer besser in Griff. 27:22 führen die Männer mit 15 Minuten Rest auf der Uhr. Aber wie textete ein gutaussehender, charmanter, begabter und bescheidener Berichtschreiber im letzten Spielbericht: „Aber kaum läuft es […], schießt man sich in klassischer Männer 2 Manier selbst ins Bein.“ Durch dumme Aktionen in der Defensive, die immer wieder zu Zeitstrafen führen und einigen technischen Fehlern, die sich aus dem nichts in das Spiel einschleichen, können die Gäste aufholen. In der 50. Minute ist Ditzingen auf 28:28 dran. Mal wieder so ein M2-Krimi, wer braucht da schon das Abendprogramm der Öffentlich-Rechtlichen? In einer Kopie zur ersten Halbzeit spielt man jetzt wieder auf Augenhöhe. Keine Mannschaft kann sich mit mehr als einem Tor absetzen. Wie auch in Durchgang eins sind es sieben Minuten bis zur Sirene, als sich Ditzingen die zweite Führung der Partie rausspielen kann. 30:31, gibt die HSG das Spiel noch aus der Hand? Die Männer kämpfen und kurz vor Schluss steht es 33:33. Mit 45 Sekunden auf der Hallenuhr geht Jan Steuer durch, hat aber einen spontanen Amnesie-Anfall und vergisst spontan eine der Wichtigsten Aktionen im Handball: Prellen. Folglich pfeifen die Unparteiischen Schritte, Ball geht gegen uns, 20 Sekunden vor Ende nehmen die Gäste die letzte Auszeit. Die Männer pushen sich, denn eine Sache wissen sie genau: Wir lassen uns nicht schon wieder die Butter vom sagenumwobenen Brot nehmen. Wäre generell auch schwierig gewesen, uns die Butter zu klauen, Brötchen wurden gar nicht verkauft, Butter war also nicht in der Halle. Den letzten Angriff ziehen die Gäste in die Länge. Sieben Sekunden vor Schluss dann eines von vielen versuchten Kreisanspielen. Zum Glück für uns findet es aber keinen Abnehmer in grün und das Spiel ist aus. Ein Punkt gegen Ditzingen, auch Trainer Tränkle meint: „Jungs, darauf könnt ihr stolz sein. Ihr habt Moral bewiesen und bis zum Schluss gekämpft.“ War mehr drin? Vielleicht. War eine Niederlage drin? Definitiv! Hätten wir vor dem Spiel einen Punktgewinn unterschrieben? Sicherlich! Müssen es die Männer immer so spannend machen? Auf jeden Fall! Die letzten sechs Spiele der Mannschaft wurden alle mit zwei oder weniger Toren entschieden. Wer also Stammzuschauer ist, bekommt von uns eine doppelte Ration Baldrian gesponsert.

Brauchen einen Beruhigungstee:
Kay Schneider, Moritz Benz, Jan Steuer (2), Anthony Leyba Frias, Jonas Stöckl (6), Nikolas Kienzle (2), Marius Wernke (4), Nico Kasparovsky (9), Nico Scheller (2), Niklas Braiger (1), Finn Stöckl (4), Florian Kappel, Nick Steuer (3)
Auf der Bank: Dirk Tränkle, Dennis Schollmeyer

Ihr dachtet hier sei es vorbei? Ha! Falsch gedacht! Also irgendwie… Die Saison ist zwar vorbei, aber der Bericht noch nicht. Was bleibt ist ein 7. Tabellenplatz. Nachdem man zur Winterpause noch Aufstiegsträume hatte, ist das Team doch ziemlich in den Tabellenkeller gerutscht. Aber was sagen die Statistiken über die Spielzeit 21/22? Die Frage „Wo isch mei Kanon?“ darf mannschaftsintern Finn Stöckl mit 108 Buden stellen. 28 von 38 7-Meter-Strafwürfen helfen hierbei natürlich, aber auch ohne die stünde er auf Platz eins, mit sieben Toren vor dem zweitplatzierten Nico Kasparovsky. Ob er den Titel auch in der gesamten Liga abstauben kann, ist noch in der Schwebe, Heimerdingens Sascha Thom hat mit 100 Toren noch die Chance in deren letzten Spiel an ihm vorbeizuziehen. Rüpel der Saison dürfen Roman Krause und erneut Finn unter sich auskloppen. Zweistellige Gelbe Karten und 2-Minuten stehen bei beiden im Strafregister, in der Kategorie hat Finn minimal die Nase vorn. Roman gönnt sich zusätzlich aber die einzige rote Karte der Mannschaft. Die traurigste Statistik ist wahrscheinlich unsere 7-Meter-Quote. Mit 63,3 Prozent kann man sich hier nicht mit Ruhm bekleckern, sondern sollte sich mit Rum betrinken, um das ansehnlicher zu machen.

Bedanken dürfen wir uns bei allen, die uns diese Saison unterstützt haben. Sei es von der Tribüne, am Kampfgericht, auf der Bank oder auf dem Feld. Danke besonders an unsere Abgänge Steiner, Marco und Torben. Euch nur das Beste in eurer neuen Mannschaft und der wohlverdienten Handballrente. Was die nächste Saison bringt, ist ungewiss. Ein paar Spieler zieht es zum Studium weg aus der Heimat. Wie die in der nächsten Saison einsatzbereit sein werden, ist unklar. Wie sonst die personelle Lage sein wird, sehen wir dann Mitte Juni, wenn die Vorbereitung wieder losgeht. Wir freuen uns schon alle wie ein Schnitzel auf das joggen durch den Wald und den Kraftzirkel in der Halle. Oh Junge, wird das ein Spaß, ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Bis dahin
Karlchen Kolumna

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Die Handballabteilungen der GSV Hemmingen und des TSV Schwieberdingen bilden seit der Saison 2014/2015 für den gesamten Spielbetrieb eine Spielgemeinschaft unter dem Namen: HSG Strohgäu

Nach zwei Probeläufen und etlicher Gesprächsrunden haben sich die Verantwortlichen der Abteilungen dazu entschlossen die Spielgemeinschaft auf den gesamten Spielbetrieb auszudehnen.

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